FH Finnholz realisiert Niedersachsens größte Kletterhalle in Ingenieurholzbauweise

In Hannover entsteht derzeit die zweite Kletterhalle in Kooperation von FH Finnholz und KletterBar. Nach dem erfolgreichen ersten Projekt, der KletterBar Offenbach am Main, folgt nun die zweite Halle. Die Pultdachhalle mit Kletterwänden verschiedenster Schwierigkeitsgrade hat eine Grundfläche von knapp 700,00 qm und ist partiell dreigeschossig. Mit rund 3.200 qm Kletterwandfläche im Innen- und Außenbereich und über 300 Kletterrouten entsteht hier die größte Kletterhalle Niedersachsens.

Für die 16,00 m hohe Pultdachhalle auf teilweise drei Ebenen und einer Grundfläche von 20,00 auf 35,00 m wurden rund 200 Kubikmeter Holz verwendet. Im Inneren ist das Gebäude neben der eigentlichen Kletterhalle in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. Das Erdgeschoss vereint verschiedene Nutzungszwecke wie einen Empfangsbereich mit Verkaufs- und Vermietungsbereich für Kletterequipment, Umkleiden, Büro und Lager miteinander. Für ein geselliges Ambiente für die Sportler sorgt ein ca. 60 qm großer Thekenbereich mit Kaminsitzecke. Über Treppen gelangt man in den Boulderbereich. Das erste Obergeschoss umfasst mit 343,00 qm nur einen Teil der Halle, während der Kletterhallenbereich zum Luftraum des Erdgeschosses offen ist. In dieser Ebene befindet sich außerdem ein Seminarraum und die Boulderebene. Die zweite Obergeschossebene umfasst mit 128,00 qm die Hälfte des 1. OG und wird lediglich zum Bouldern genutzt.

Das Haupttragwerk der Halle wird in Holzskelettbauweise, die dazwischenliegenden Außenwände in Holztafelbauweise ausgeführt. Insgesamt besteht das Haupttragwerk aus 1.287 einzelnen Holzstäben. Verschiedene, sichtbare Materialien lassen eine abwechslungsreiche Optik im Inneren der Halle entstehen. Es werden acht Brettschichtholzbinder in Sichtqualität eingesetzt. Außerdem bleiben das OSB in den Holztafelbauelementen sichtbar, sowie das Sandwichblech im Dach- und teilweise Wandbereich.

16,00 m hohe Holzhalle mit 750 qm Außenkletterwänden für Kletterfans

Zwei Pultdachbinder mit 23,47 m Spannweite liegen auf den Trauf- und Giebelstützen auf und kragen am First 3,30 m aus. Fünf 7,25 m lange Kragarmbinder überspannen die Halle im Abstand von 4,40 m und werden an den Pultdachbindern, bzw. Giebelstützen angeschlossen. Die komplette Hallenkonstruktion wurde in F30 ausgeführt.

Der Brettschichtholz-Gratbinder am Kragarm bildet mit 12,71 m Gesamtlänge den Dachüberstand an der Süd-West-Seite. Er liegt auf einer Eckstütze auf und kragt knapp 4,70 m aus. Ein Teil der Fassade und das 5° geneigte Dach werden mit Sandwichpaneelen verkleidet. Rund 750 qm der Außenwände werden direkt als Außenkletterfläche an der Süd- und Westseite der Halle ausgeführt.

Das Bauwerk besteht im Wesentlichen aus Brettschichtholz. Als statisches Verbindungsmittel aller Holzbauteile wurden eingeschlitzte Stahlbleche mit Stabdübeln verwendet. Der Verbindungsanschluss der Holzstützen zum Fundament wurde aus Stahlteilen, die bereits beim Betonieren der Fundamente eingesetzt worden sind, hergestellt. Dieser Anschluss erfordert höchste Sorgfalt des ausführenden Betonbaubetriebes, da die gesamte Holzkonstruktion fertig abgebunden zur Baustelle geliefert wurde.

Anfang April war Baustart der Kletterhalle. Gegründet wurde die Halle auf Streifenfundamenten und einer Futura EnergieSpar- Bodenplatte . Mitte April begann der Aufbau der Holzkonstruktion. Wie schon bei der Kletterhalle in Offenbach (mit Video) wirken durch die Gebäudehöhe extrem hohe Windlasten auf die Außenwände, die in den statischen Berechnungen berücksichtigt werden mussten.

Der Leistungsumfang der FH Finnholz umfasst die statische Berechnung und Ausführungsplanung, sowie die Produktion und Lieferung der Holzkonstruktion. Die Montage erfolgt durch einen regionalen Partnerbetrieb. Eine weitere KletterBar in Kiel ist derzeit in Planung.

Einen ausführlichen Pressetext, inkl. Bildern zum ersten Projekt, der KletterBar Offenbach, finden Sie  hier (1.9 MB). 

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